Freitag, 11. Januar 2013

Dicke Köpfe


Ganz dicht haben wir uns alle aneinander gekuschelt. Der Kamin hatte nicht für die nötige Wärme gesorgt.Die Nacht war bitterkalt und der nächste Morgen präsentierte sich in dichten Nebelschwaden.
Normalerweise genieße ich es morgens von meinem Grunstück aus, einen Blick auf unser schönes Biedenkopfer Schloß zu werfen, aber das war verschwunden.

Graue Schleier hingen über dem verregneten Lahntal. Der Fluss wollte mehr, immer mehr und er war gar nicht mehr einzugrenzen. Hohe Wellen schlugen mir entgegen, als ich erneut nach meinem Hund suchte. Ist er etwa ein Opfer diesen aus dem Siegerland entstanden Mörderwellen geworden?
Hängt er vielleicht an irgendeinem Ast und versucht sein kleines unschuldiges Hundeleben zu retten?
Diese Sorge lies mich nicht los.

Alle anderen schliefen noch und während ich dem Lagerfeuer neuen Zündstoff gab, hörte ich ein befriedigendes, sehr gemütliches Schnarchen aus der Hütte. Nicht von einem alleine; es war ein kollektives, zufriedenes und glückseeliges Schnarchen. So als wollten sie damit sagen: Endlich unerreichbar, endlich kein Fernsehen, ,kein Handy trotzdem flatrateschlafen und ...endlich Weihnachten.

Das Wasser kochte über dem Feuer, 3 Löffel löslichen Kaffee in den Metalbecher, drei Zucker und eine Plastikportion Milch aus dem Discounter. Die Wärme des Getränks erfüllte mich, ich war endlich wach. Mit der plötzlichen Frische stieg die Angst in mir. Was ist meinem Hund wohl widerfahren. Dieser kleine Schicki-Micki-Pudel kann sich doch nicht gegen ein angreifendes Wildtier oder gegen eine unerwatrete Super- Riesen-Welle, der sonst so friedvollen Lahn wehren.

Wo ist das verdammte Mistvieh bloß ??

Langsam krochen alle aus ihren Löchern. Ich muss zugeben, bei den Männern waren die Augen genauso verschwollen wie bei mir. Die beiden Frauen hatten ihre Augen mit den schönen langen Haaren verdeckt. Die Frage stellte sich jetzt;... wer geht zuerst auf´s Klo ??
Während die Männer freundschaftlich und erlöst, pinkelnd an der Böschung standen und sich erleichterden,... feindeten sich die Mädels immer noch an, wer wohl als erste auf´s Plumpsklo darf.

Das Rührei mit Speck in der alten gusseisernen Pfanne über dem Feuer roch köstlich.
Auch der Topf mit Instantkaffee, der brodelnd auf den heissen Backsteinen neben den Flammen stand. Und selbst wenn der Geruch von -MC Donalds-, über die Umgehungsstraße, über den Fluß, bis zu unserem durch Hochwasser unerreichbaren Grundstück zog, es konnte nicht´s schöneres geben. Rührei mit Schinken, schaler Kaffee.........Winetou, wir sind im Dschungelcamp!!!

Es weihnachtete und es fing schon wieder an zu schneien.

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