Freitag, 11. Januar 2013

Alles Pudel..., oder was?


Die Wut in ihr war das einzige was sie spürte.
Die Wut auf den „Pudolski“, wie Matthias seinen Hund immer nennt und die Wut auf die 7 Idioten, die im besoffenen Kopf entschieden hatten am Grundstück zu übernachten.
Im Sommer macht das Spaß, aber zu dieser Jahreszeit ist es wirklich Hirnverbrannt.
Die Feuerwehr in Biedenkopf war in Alarmbereitschaft um abgesoffene Keller auszupumpen und die Flußnahen Anwohner schützten ihre Anwesen mit Sandsäcken.
Es herrschte eine seltsame Atmosphäre in der gesamten Stadt.
Eigentlich hatte sie sich mit dem Ableben des Pudels abgefunden, der entweder ertrunken, oder von wilden Tieren gefressen wurde.Und eigentlich wollte sie gar nicht traurig darüber sein.
Aber jetzt überkam es sie. Wenn der kleine Kerl jetzt tot ist. Der kleine Kerl, der sie so oft getröstet hat, der kleine Kerl,der immer so zärtlich war und der nur eines wollte – nämlich geliebt werden
.
Sie war mittlerweile zuhause und überprüfte die Mitteilungen auf dem Anrufbeantworter.

„ Der Freibeuter hier, bitte ruft mich zurück, es geht um einen wichtigen Auftritt im März 2013“,

„Guten Tag Herr Carras, wir beglückwünschen sie zum Gewinn von......“

„Hallo Anne, ich bin´s Top, hasst Du was von unseren Schiffbrüchigen gehört??“

Sie weinte und sie schrie, obwohl sie niemand hörte, in die leere Wohnung:,
„Ihr Arschlöcher“.
Es war wie ein Befreiungsruf, es war Angst, Wut und Mut.
Seit über 30 Jahren war sie mit ihm zusammen, er hatte sich nie geändert.
Sie hatte ihm drei Kinder geboren, die älteste Tochter hatte ihm ein Enkelkind geschenkt, aber er blieb ein ewiger Haudegen ein Halbstarker, ein Kind, auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer.

Das machte ihn interessant, genau wie der sein mittlerweile grau werdende Bart.
Aber das stresste auch.
Der Anruf von Top, dem Freund unserer Tochter Elisa, weckte sie aus ihren Gedankengängen auf..
Dieser nette junge Mann - die Mutter aus Thailand - er Vater ein „Birreköpper“, er würde ihr trotz seines wohlverdientem Feierabend helfen. Und das tat er.

Anne hatte Angst in der Dunkelheit in den Wald zu fahren, aber jetzt wo ihr Schwiegersohn in Lauerstellung, neben ihr saß, fühlte sie sich sicher.
Beide waren aufgebracht.
Erst einmal wegen den Liebsten, die in den Fluten der Lahn fest saßen und zum zweiten wegen dem immer noch vermissten Hund.

Es gab einen befestigten Weg über dem Grundstück.Und es waren nicht einmal 100 Meter, die sie von den „Abgetauchten trennten.
Aber die dornigen Äste der Schlehen machten das durchkommen unmöglich.

Anne schaltete das Fernlicht ein, die Nacht war zu dunkel, man sah die Hand vor Augen nicht.
Es war wie in Trance, wie im Traum und sie wollte ihrem beschützendem Begleiter gar nicht sagen, was sie gerade gesehen hatte.
Der würde sie sowieso für verrückt erklären.
Sie glaubte ihre Nerven fahren Achterbahn.
Top brach das Schweigen und fragte völlig wertfrei, „Hast Du gesehen was ich gesehen habe?“,
sie traute sich nicht zu antworten und sie dachte sie hätte eienen an der Klatsche.
„Was hast du gesehen“, fragte sie.
„Hey Anne, da war ein Wildschwein mit einem Klodeckel um den Hals, bist Du blind?“
Sie hielt an, sie war fertig mit den Nerven, aber sie hatte keine Halluzinationen, ihr Beifahrer hatte genau das Gleiche gesehen.
Anne weinte, sie war am Ende ihrer Kräfte und Top übernahm  das Steuer.
„Wir müssen jetzt ganz klar denken“, sagte er.
Am besten wir rufen den Förster an.
Der Förster...... in Anne regte sich etwas. Der Förster war ein jahrelanger Freund, warum war sie nicht vorher auf den Gedanken gekommen?
Andy, der Förster war innerhalb von 10 Minuten vor Ort. Er machte zwar Witze über das „Wildschwein mit dem Klodeckel um den Hals“, aber er glaubte die Geschichte.
Viel wichtiger erschien es ihm aber, die die von den Fluten eingesperrten zu befreien.
Eine halbe Stunde später waren drei Waldarbeiter vor Ort, die sich mit Motorsägen einen Weg zum Grundstück freiräumten.
Wir waren gerettet und krochen den Hang mit letzter Kraft hinauf.
Ich küsste meine Frau wie zu ersten Mal, innig und voller Leidenschaft.

Das was ich habe, hat niemand.........Schatz ich liebe Dich !!!

Auf dem Weg nach Hause sprach niemand ein Wort.
Jeder wollte schlafen.
Der Weg durch die „Freiherr von Stein - Straße“ schien unendlich lang .


Es war seltsam, es war wie ein Zauber und es war als hätte ich diese ganze Geschichte nur erfunden..........
Unser Hund saß vor Haustür, lächelte mich unverschämt an wie immer, als wäre nichts geschehen.......,
er war schmutzig, aber er war glücklich und wahrscheinlich hatte er sich vermehrt.






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